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22. 06. 2023
Verfasst von: Finn Schenke

Grüner Wasserstoff für eine klimafreundlichere Luftfahrt

Die Grafik zeigt einen Flughafen mit Wasserstofftanks, der auf See-, Luft- und Landweg mit Wasserstoff beliefert wird. © HyNEAT
Aus regenerativen Energien hergestellter Wasserstoff kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten – sogar in der Luftfahrt. Das Verbundprojekt HyNEAT untersucht, ob und in welchen Ländern grüner Wasserstoff künftig ausreichend produziert werden kann.

Wird Wasserstoff die Klimaproblematik der Luftfahrt lösen? So vielversprechend der Ansatz ist, so groß sind auch die Herausforderungen, vor denen die Luftfahrtbranche bei der Umsetzung steht. Vier norddeutsche Hochschulen forschen in den kommenden drei Jahren im Verbundprojekt „HyNEAT" an Bereitstellungsnetzwerken für eine wasserstoffgetriebene Luftfahrt. Im Fokus steht dabei grüner Wasserstoff sowie dessen kostengünstige Erzeugung und Transport.

Konzepte zur Wasserstoffbereitstellung für die Luftfahrt

Antriebssysteme auf der Basis grünen Wasserstoffs für größere, kommerziell genutzte Flugzeuge sind eine aussichtsreiche Alternative für eine klimafreundlichere Luftfahrt. Dafür ist es notwendig, neue Antriebe und Flugzeugkonzepte zu entwickeln sowie ausreichend Wasserstoff aus regenerativen Energien herzustellen. Eine der größten Herausforderungen ist es, eine entsprechende Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen, die wettbewerbsfähige Kosten für den Betrieb der neuartigen Flugzeuge ermöglicht. Hier setzt das Verbundprojekt „HyNEAT – Hydrogen Supply Networks‘ Evolution for Air Transport“ an. Die Forschungspartner untersuchen, ob und in welchen Ländern erneuerbare Energien zukünftig ausreichend verfügbar sein werden und wo internationale Lieferbeziehungen aufgebaut werden sollten.

Globale Potenziale für die Wasserstofferzeugung

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Dabei arbeiten die Leibniz Universität Hannover und die Technischen Universitäten in Braunschweig, Clausthal, Hamburg und München eng zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, globale und lokale Potenziale für die kostengünstige Erzeugung von grünem Wasserstoff für die Luftfahrt zu identifizieren. Dabei achten sie vor allem auch darauf, dass dies im Einklang mit der gesamten Energiewende und der Gestaltung von Flugnetzwerken stattfindet.

Lokale Energieversorgung profitiert von Infrastruktur

Wegen der großen Potenzialflächen für erneuerbare Energien und der daher kostengünstigen Erzeugung von grünem Wasserstoff sind mehrere Länder, etwa in Nordafrika oder im Nahen Osten, für den Wasserstoff-Export für die Luftfahrt prädestiniert. So könnte auch die dortige lokale erneuerbare Energieversorgung vom Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur profitieren. Im HyNEAT-Projekt prüfen die Forschungspartner intensiv die Rolle ausgewählter Regionen, auch außerhalb Europas, für die Wasserstoff-Versorgung der Luftfahrt. Das Wissenschaftskonsortium wird durch einen Industriebeirat begleitet. Zu diesem gehören Unternehmen der Luftfahrtbranche, des Energiesektors, der Unternehmensberatung sowie der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft. Weitere interessierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz
Zitation: Schenke, F. (2023). Grüner Wasserstoff für eine klimafreundlichere Luftfahrt. Wissen hoch N. https://doi.org/10.60479/RHKX-1Q76
Finn Schenke, M.Sc.
Adresse
Institut für Elektrische Energiesysteme (IfES)
Fachgebiet Elektrische Energiespeichersysteme
Finn Schenke, M.Sc.
Adresse
Institut für Elektrische Energiesysteme (IfES)
Fachgebiet Elektrische Energiespeichersysteme
Leibniz Universität Hannover, uni transfer
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