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10. 08. 2022
Verfasst von: Janina Möhle

Personal intelligent einsetzen und weiterbilden

Ein Mann und eine Frau besprechen sich an einer Produktionsmaschine. © Morsa Images, iStockphoto
Entsprechend ihrer Kompetenzen erhalten die Mitarbeitenden ihren Produktionsauftrag mit Hilfe von Smart Devices. Ein neues Assistenzsystem unterstützt hierbei die Personalplanung und stellt notwendige Schulungsunterlagen bereit.

Fluktuation, Fachkräftemangel oder die anhaltende Corona-Pandemie führen kurzfristig zu gehäuften Personalausfällen. Das verschärft die Herausforderung für Unternehmen, eine konstante Produktionsqualität aufrechtzuerhalten. Die Leibniz Universität Hannover und das Fraunhofer IPT entwickeln ein intelligentes Assistenzsystem, das die Personaleinsatzplanung unterstützt und die Kompetenzentwicklung fördert. Damit können Unternehmen die Flexibilität ihrer Mitarbeitenden systematisch verbessern.

Smarte Personaleinsatzplanung und Schulung

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weisen Produktionsaufträge häufig subjektiv einzelnen Mitarbeitenden mithilfe von Excel-Tabellen oder papierbasiert zu. Abhängig von ihrer manuellen Pflege erschwert dies sowohl die strategische Personaleinsatzplanung (PEP) als auch eine objektive Entscheidung bei kurzfristigen Personalausfällen. Gleichzeitig orientieren sich Weiterbildungsmaßnahmen nur unzureichend am tatsächlichen Schulungsbedarf. Um KMU dabei zu unterstützen, auf schwankende Personalressourcen flexibel zu reagieren, forschen das Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) der Leibniz Universität Hannover und das Fraunhofer IPT im Projekt reQenrol gemeinsam an einem Assistenzsystem. Dieses soll einen kompetenzgerechten Personaleinsatz und zielgerichtete Schulungen teilautomatisiert planen.

Kompetenzen abgleichen und gezielt fördern

Für das Zuweisen von Produktionsaufträgen gleicht das System die vorhandenen Kompetenzen der Mitarbeitenden mit den erforderlichen Fähigkeiten zur Aufgabenbearbeitung ab und schlägt geeignete Personen vor. Zusätzlich weist das Assistenzsystem den Mitarbeitenden kompetenzbasiert Schulungsunterlagen zu, um diese vor und während der Bearbeitung zu unterstützen und individuelle Kompetenzdefizite zu überbrücken. Zum Beispiel erhalten die Mitarbeitenden Anleitungen oder Hinweise zu Fehlerbildern über Smart Devices. Neue Arbeitsabläufe werden auf diese Weise schnell, qualitätsorientiert und lerngerecht vermittelt.

Konzept des Assistenzsystems zur Personaleinsatzplanung und -schulung © IFA, Universität Hannover
Das neue Assistenzsystem weist Produktionsaufträge bedarfsgerecht zu, ermittelt Schulungsbedarf für anstehende Aufgaben anhand von Kompetenzprofilen und bewertet die Qualität des Ergebnisses.

Unternehmen zum Wissenstransfer gesucht

Im Anschluss wird das Bearbeitungsergebnis im Hinblick auf die erzielte Qualität bewertet. Das Assistenzsystem ermittelt die Kompetenzentwicklung für nachfolgende Planungen und schlägt dann beispielsweise vor, Mitarbeitenden komplexere Aufgaben zuzuteilen oder Schulungsunterlagen zu modifizieren. Auf diese Weise schließen die Forschungspartner einen Qualitätsregelkreis, der die Einsatz- und Schulungsplanung fortlaufend adaptiert und auf eine konstant hohe Produktionsqualität im Unternehmen abzielt.

Das Forschungsprojekt wird über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Zur Validierung des entwickelten Assistenzsystems suchen die beteiligten Institute derzeit produzierende Unternehmen mit Interesse an arbeitsintegrierter Personalentwicklung.

 

Hier finden Sie weitere Informationen:


Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Nyhuis
Adresse
Leibniz Universität Hannover
Institut für Fabrikanlagen und Logistik
Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Nyhuis
Adresse
Leibniz Universität Hannover
Institut für Fabrikanlagen und Logistik
Janina Möhle, M.Sc.
Adresse
Leibniz Universität Hannover
Institut für Fabrikanlagen und Logistik
Janina Möhle, M.Sc.
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Leibniz Universität Hannover
Institut für Fabrikanlagen und Logistik
Leibniz Universität Hannover, uni transfer
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