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Optimierte Endoprothesen-Fertigung erhöht Patientensicherheit

16. 06. 2026
Verfasst von: Berend Denkena, Beate Legutko, Benjamin Bergmann, Dennis Nebel, Dr. Bastian Welke, Christof Hurschler

Optimierte Endoprothesen-Fertigung erhöht Patientensicherheit

Die Illustration zeigt ein Hüftimplantat mit Hüftschaft im Oberschenkelknochen, Halsadapter und Hüftkugel. Daneben bearbeitet eine Maschinenspindel ein Werkstück. In beiden Abbildungen wird der Hohlschaftkegel gezeigt, bei dem es zu Oberflächenreibung kommt. © IFW, Universität Hannover
Wissenstransfer zwischen Werkzeugbau und Medizin: Mikrobewegungen in Hüftendoprothesen (links) an mechanischen Schnittstellen (orange) können zu Materialverschleiß und Lockerungen führen. Fertigungstechniken von stabilen Konusverbindungen in Maschinenspindeln (rechts) werden auf die Implantattechnik übertragen, um Ausfälle der Prothesen zu verhindern.

Künstliche Hüftgelenke, die individuell angepasst sind, verbessern die Bewegungsabläufe der behandelten Patientinnen und Patienten. Mit einer höheren Anzahl an Komponenten lässt sich die Geometrie des Implantats genauer an die personenspezifische Anatomie anpassen. Jedoch erhöhen sich dadurch auch Mikrobewegungen und der Abrieb an Verbindungsstellen. Ein Team der Leibniz Universität und der Medizinischen Hochschule in Hannover erforscht innovative Fertigungsansätze, um diese Schäden zu verringern.

Wissenstransfer zwischen Fertigungs- und Implantattechnik

Hüftgelenkarthrose ist die häufigste Form der Arthrose beim Menschen. Künstliche Hüftgelenke ermöglichen es Betroffenen meist, sich schmerzfrei zu bewegen. Eine Endoprothese, die die individuelle Anatomie, insbesondere den Winkel des Oberschenkelhalses, exakt abbildet, verbessert entscheidend die Rekonstruktion der Bewegungsfunktion und erhöht damit die Lebensqualität. „Von besonderer Bedeutung sind bimodulare Implantate mit Halsadaptern, da sich diese im Operationssaal individuell anpassen lassen und so die Flexibilität des Chirurgen erweitern“, sagt Beate Legutko von der Leibniz Universität Hannover. 

Mikrobewegungen erfassen, Schäden analysieren

Das Projektteam hat im Sonderforschungsbereich SIIRI einen Dauerversuchsprüfstand entwickelt, um Schädigungsmechanismen an Oberflächen und Randzonen der Implantatverbindungen realitätsnah zu erfassen. Wirbelstromsensoren messen Mikrobewegungen an Analogieproben mit variierenden Oberflächen und Geometrien. Mithilfe moderner Bildverarbeitung analysieren die Forschenden den Materialverschleiß, wobei sie Schwingungsverschleiß und Korrosion von unbeschädigten Oberflächen unterscheiden und erstmalig quantifizieren können. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für langlebigere Implantate mit optimiertem Design, welche die Sicherheit für die Patienten erhöhen. 

Das Bild zeigt zwei metallene Konusverbindungen in Nahaufnahme und mikroskopische Bilder der Oberfläche im Mikrometerbereich. Die Oberfläche mit deutlichen Rillen weist Schäden und Verfärbungen am Material auf. Die glatte Oberfläche weist keine Schädigungen auf. © IFW, Universität Hannover
Schäden an mechanischen Schnittstellen, zum Beispiel durch raue Oberflächen (oben), können dazu führen, dass ein Hüftimplantat schneller versagt. Glattere Oberflächen verringern den Materialverschleiß deutlich (unten nach 10 Millionen Lastzyklen).

Schädigung an Oberflächen reduzieren

Im Fertigungsprozess lassen sich die Oberflächentopografie und somit das Verhalten der Konusverbindung beim Einsetzen in die Hüfte gezielt einstellen. „Unsere Versuche belegen, dass glattere Oberflächen die Schadensfläche um 65 Prozent verringern“, berichtet Beate Legutko. „Bei reduziertem Verschleiß sinkt auch die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass das Implantat ausfällt.“ Zusätzlich ermöglicht eine präzise Fertigung des Konuswinkels eine optimale Passform, die die Schadensausdehnung weiter minimiert. Der Wissenstransfer zwischen Fertigungstechnik und Implantattechnik hat erheblich dazu beigetragen, die Mikrobewegungen an Hüftimplantaten und damit verbundene Schäden entscheidend zu reduzieren. 

 

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Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz
Zitation: Denkena, B., Legutko, B., Bergmann, B., Nebel, D., Welke, B., & Hurschler, C. (2026). Optimierte Endoprothesen-Fertigung erhöht Patientensicherheit. TI-Magazin (Technologie-Informationen), „ti“ 1+2/2026: Die Medizin der Zukunft. https://doi.org/10.60479/9
M. Sc. Beate Legutko
Adresse
Leibniz Universität Hannover
Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen
M. Sc. Beate Legutko
Adresse
Leibniz Universität Hannover
Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen
Adresse
Medizinische Hochschule Hannover
Labor für Biomechanik und Biomaterialien (LBB)
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Medizinische Hochschule Hannover
Labor für Biomechanik und Biomaterialien (LBB)
Leibniz Universität Hannover, uni transfer
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