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Strategien zur sicheren Arzneimitteltherapie bei Hitze

22. 06. 2026
Verfasst von: Katharina van Baal, Svenja Arendt, Christina Princk

Strategien zur sicheren Arzneimitteltherapie bei Hitze

Auf der Bildcollage zeigt ein Thermometer 43 °C vor einer gleißend hellen Sonne. © Gerd Altmann, Pixabay
Hitze belastet die Gesundheit – und manche Arzneimittel verschärfen die Risiken. Doch wie können sich Menschen, die hitzesensible Medikamente einnehmen, davor schützen? Die CALOR-Liste fasst Strategien zusammen.

Heiße Tage mit über 30 °C kommen in Deutschland immer häufiger vor und belasten die Gesundheit. Vielen Menschen ist dabei nicht bewusst, dass Hitze auch die Wirkung einiger Medikamente beeinflusst. Doch wie können sich Patientinnen und Patienten, die hitzesensible Medikamente einnehmen, vor Gesundheitsrisiken schützen? Ein Team der Medizinischen Hochschule Hannover erstellt mit Forschungspartnern die CALOR-Liste, die Strategien zur sicheren Arzneimitteltherapie bei Hitze enthält.

Gesundheitsrisiken an heißen Tagen reduzieren

Entwässerungstabletten (Diuretika) bergen beispielsweise das Risiko, dass der Körper bei Hitze dehydriert. Psychopharmaka hemmen die Schweißproduktion, andere Medikamente wiederum reduzieren das Durstgefühl. Hier setzt das Projekt ADAPT-HEAT (Adaptation of drug therapy during hot seasons) an, das der Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss fördert. Ein Forschungsteam der Uniklinik Köln, der Medizinischen Hochschule Hannover und der PMV forschungsgruppe Köln entwickelt die sogenannte CALOR-Liste (lat. Hitze): Hierin listen die Forscherinnen und Forscher hitzesensible Medikamente auf und versehen sie mit entsprechenden Strategien, um eine sichere Arzneimitteltherapie bei Hitze zu gewährleisten. 

Verhaltensanpassung ist essenziell

Die Hitze-Strategien leitete das Team aus Literaturrecherchen und Best-Practice-Analysen ab. Anschließend bewerteten Expertinnen und Experten für Arzneimittelversorgung und für gesundheitliche Auswirkungen von Hitze die Strategien in einem Konsensverfahren hinsichtlich ihrer Relevanz und Umsetzbarkeit. Auf diese Weise entstanden 71 Strategien zu 27 Wirkstoffklassen.

Ein Großteil der Hinweise bezieht sich auf Beratung und Verhaltensanpassung bei Hitze (56 Strategien). Dazu gehören die Themen Flüssigkeitsaufnahme mit Elektrolyten, allgemeine Hitzeschutzmaßnahmen sowie Überwachung von Laborwerten, Vitalparametern und Warnsymptomen. Weitere 15 Strategien beziehen sich darauf, die Dosierung von Medikamenten bei Hitze unter ärztlicher Begleitung zu reduzieren oder zu pausieren. 

Die Tabelle listet Strategien zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei Hitze auf. © Svenja Arendt, MHH
Die Liste umfasst verschiedene Strategien zu 27 Wirkstoffklassen. Ein Großteil der Hinweise sieht vor, gezielt zu beraten, Vitalparameter häufiger zu messen, das Verhalten bei Hitze sowie die Dosierung der Medikamente anzupassen.

Einsatz in Arztpraxen, Apotheken und in der Pflege

Nach dem Konsensverfahren entwickelt das Projektteam die CALOR-Liste in einem Praxistest weiter und passt sie an die Bedarfe der Patientinnen und Patienten sowie der verschiedenen Gesundheitsfachberufe in Arztpraxen, Apotheken und in der Pflege an. Zum Projektende wird die finale Liste auf verschiedenen Wegen an unterschiedliche Zielgruppen verteilt.

 

Hier finden Sie weitere Informationen:

Logo CALOR-Liste
Zitation: van Baal, K., Princk, C., & Arendt, S. (2026). Strategien zur sicheren Arzneimitteltherapie bei Hitze. TI-Magazin (Technologie-Informationen), „ti“ 1+2/2026: Die Medizin der Zukunft. https://doi.org/10.60479/M193-AC77
M. Sc. Svenja Arendt
Adresse
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin
M. Sc. Svenja Arendt
Adresse
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin
Medizinische Hochschule Hannover, Wissens- und Technologietransfer
Adresse
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
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30625 Hannover